Chris: Wir kennen Kreuzschlitz, Torx und Inbus (es heißt Inbus, alternativ Innensechskant aber nicht „Imbus“! „Inbus“ ist ein Kunstwort und hat seinen Ursprung in „Innensechskant Bauer und Schaurte“) Was ist der Unterschied und warum gibt es so verschiedene Systeme?
Axel: Eine richtige Schraube hat natürlich einen Sechskantkopf (lacht), aber die Fertigungstechnik hat für den Maschinenbau die anderen Kopftypen entwickelt, um rationeller und platzsparender konstruieren und montieren zu können. Die hier weltweit erfolgreichste Entwicklung kommt tatsächlich aus meiner Geburtsstadt Neuss von Bauer & Schaurte, da der Innensechskantkopf der Zylinderschraube DIN 912 keinen Platz außen verbraucht, um dort einen Schlüssel anzusetzen. Zunächst ging man bei den hochfesten „Inbusschrauben“ von einem hohen Anzugsdrehmoment aus, sodaß mit dem „Inbusschlüssel“ DIN 911 angezogen wurde. Es stellte sich aber bald heraus, daß sich die Schraube in klein auch sehr gut zum Auffädeln auf einen Handschraubendreher eignet, sie nicht wie eine Schlitzschraube leicht vom Schraubendreher fällt. Das hat die Industrielle Fertigung massiv beeinflusst. Die Kreuzschlitz-Schraube ist eine Abwandlung der Schlitzschraube aus gleichem Grund, bei höherem Anzugsdrehmoment fransen die vier Kanten weniger stark aus als die zwei Kanten der Schlitzschraube (was in den 50er Jahren mit einer klassischen Rundkopf-Schlitzschraube noch viel extremer war). Leider haben sich mit Philips und Pozidriv hier zwei Standards nebeneinander etabliert, sodaß man ungewollt die Schraube ruiniert, wenn der nicht passende Schraubendreher verwendet wird. Kreuzschlitzschrauben immer mit dem größtmöglichen, satt passenden Schraubendreher lösen und anziehen! Torx ist ein weiterer Industriestandard, der im Unterschied zu Inbus leichter maschinell aufgefädelt werden und das Werkzeug auch schräg angesetzt werden kann.
